Antauchen 2026
Tauchgang 219 / 1
Es gibt Dinge, die verlernt man nicht, wird gesagt. Am 5.4.2021 habe ich zuletzt einen TG bestritten. In meinem Logbuch steht: „2 Krebse, Sprungturm gefunden. Sicht sehr trüb. Eiertütschen und Quiz“. Vorbereitung ist alles denke ich mir - und so inspiziere ich einen Tag vor dem Antauchen meine Tauchtasche, „talge“ die Halsmanschette ein, putze die Trocki-Handschuhe und versehe sie mit einer frischen, dünnen Schicht Silikonpaste. Auch der Trocki-Reissverschluss erhält eine „Schmiereinheit“. Derweil prüft mein Tauchbuddy fürs Leben die Druckschläuche und siehe da, derjenige für den Inflator streikt. Zum Glück gibt’s Jochen. Ich erwische ihn mitten im TV-Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. Ja klar habe er einen Mitteldruckschlauch, tönt es mir entgegen. Soweit so gut. Logischerweise hält aber eine Tauch-Computer Batterie nicht 5 Jahre. Zum Glück gibt’s Simone. „Ja klar, ich kann Dir meinen zweiten Compi geben. Muss ihn nur noch laden heute Abend“, tönt es mir erneut entgegen. „Tiptop“, denke ich. Zuvor hat Stefan schon mit Pablo telefoniert, ob er uns noch eine Flasche mitbringen kann…kann er. So stehe ich am 2. Januar 2026 guten Mutes in Oberrieden am See. Mein Lieblingsbuddy wird mir krankheitshalber erst am zweiten TG des Jahres die Ehre geben. Simone ist genug risikofreudig mit einer Wiedereinsteigerin zu tauchen und macht mit mir den Buddycheck. Wenig später montieren wir unsere Flossen. Vorsichtig tauche ich auf Simones Anraten hin erst einmal die Hände ins Wasser. Soweit alles dicht. Beim Abtauchen strecke ich mich erstmal im Trocki und ordne mein Equipment. Ich habe Urs Kettner seelig im Ohr: „Nichts schlimmer als ein Taucher (er sagte es noch vor der Genderdebatte), dem alles „schludrig“ herunterhängt. So wird das nichts mit Streamlining!“ - sagt übrigens auch Youtube. Das Wasser ist trüb, aber das macht mir nichts aus. Es ist zu schön, wieder unter Wasser zu sein. Ich leuchte ab und zu in die Ritzen und sehe… ein Egli! Oder doch nicht? Ich kneife die Augen zu. Nein es ist ein Blatt. Simone sagt später, sie habe es schon aus 3 Metern Entfernung gesehen... 🙂 Ab und zu werfe ich einen Blick zu Simone rüber und passe darauf auf, dass ich gleichauf schwimme und nicht zurückfalle. So haben wir uns als Team immer im Blick. Nach 26 Minuten tauchen wir - ohne eine einzige Fischsichtung - auf. Ich bin happy und erhalte von meiner präsidialen Instruktorin, nebst dem einen oder anderen Tipp, das OK der praktischen Tauchtauglichkeit. Vier Tauchgänge sind fürs 2026 mal angesagt, was eine krasse Steigerung wäre. Jeder weitere wird ein zusätzliches Vergnügen sein. Ich realisiere: Das Tauchen ist immer noch etwas, das mir Freude macht. Mit Stefans berühmter Sherry-Bouillon, Pablos Sekt und einem Schinkengipfeli in der Hand stossen wir gemeinsam an: Auf ein schönes TCA Tauchjahr 2026 und immer „Guet Luft“!
Alle Eindrücke vom Antauchen findet ihr in der Bilder-Galerie.