Herbstweekend am Bodensee 2025
Freitagnachmittag, 24.10.2025:
Nach einer kurzweiligen Autofahrt trafen Kirsten und ich bei der Pension Regenscheit in Sipplingen am schönen Bodensee ein. Just in Time; zur Apéro- / Brotzeit 😊 Eliane hat uns mit ausgewählten einheimischen Köstlichkeiten sowie einem leckeren selbstgebackenen Kuchen ganz herzlich willkommen geheissen. In fröhlicher Stimmung liessen wir es uns schmecken und tauschten uns gut gelaunt und angeregt aus. Schon bald machten paar unterhaltsame Anekdoten die Runde – und die ersten TCAler verabschiedeten sich in die Nachtruhe.
Samstag, 25.10.2025:
Beim ausgiebigen Samstags-Frühstück ab 08:00 Uhr blieb kein Wunsch offen; ein Rührei und hübsch angerichteter Frucht-Joghurt-Coupe wurden persönlich gereicht. (dies wäre für manche schon ausreichend gewesen). Um 10:00 Uhr war Abfahrt zum Tauchplatz 1: Tennisplätze Überlingen, über ein paar Steine geht es dort flach ins Wasser, als Orientierung dienen Eisenbahnschienen, die in den See gehen. Zu erkunden gibt es eine nette Wand auf ca. 30 m, vollkommen überwachsen mit Quagga-Muscheln. Ein stattlicher Hecht kreuzte unsere Flossenbahn, Egli & Krebse, sie alle konnten durch die wunderschön klare Sicht gut beobachtet werden. Das Wasser frisch: 4°C, 40Min. und 35m als Logbucheintrag, doch dazu kam es für mich nur durch gaaanz viiiel Glück. Mein Tauchjacket hatte ich nämlich dummerweise im heimischen Keller stehen lassen, was für ein Schreck, als ich dies beim Zusammenbauen am Tauchplatz bemerkte. Puaaah! Nicolas hatte doch tatsächlich das Jacket seiner lieben Gattin Melissa mit im Auto dabei. Sie konnte wegen nichtdurchführbarem Druckausgleich leider heute nicht Tauchen, was mir nun zugutekam 😊 Melissa genoss dafür bestimmt das Oberflächenprogramm: Besuch im Zeppelinmuseum und Stadtbummel in Überlingen.
Einige Mitglieder konnten nämlich aus genannten Gründen leider nicht tauchen, doch wir liessen uns davon nicht abhalten und stellten kurzerhand ein anderes Programm zusammen, während der Rest der Gruppe zum Tauchen ging. Nach dem gemütlichen Frühstück entschieden wir uns für ein kleines Kulturprogramm und fuhren nach Friedrichshafen ins Zeppelin-Museum. Besonders beeindruckend war die nachgebaute Passagierkabine der «LZ 129 Hindenburg», die einen spannenden Einblick in die Geschichte der Luftschifffahrt bot. Nach dem Museumsbesuch packte uns der Hunger und wir blieben gleich im Museumsrestaurant. Das Essen war fein und Ketty sorgte dort für unseren Lacher des Tages: Sie bestellte «eine Stange», wie man es bei uns in der Schweiz sagt. Der Kellner schaute etwas ratlos und kam kurz darauf mit einem halben Liter Bier. Das war dann doch ein bisschen zu viel für sie und der anschliessende Powernap im Zug war entsprechend tief und fest. Am Nachmittag kehrten wir nach Überlingen zurück. Das Wetter zeigte sich freundlicher und Eliane, die aus der Region stammt, führte uns durch die schöne Altstadt. Pünktlich zum Ende des Tauchgangs trafen wir unsere Taucher am Seeufer wieder an. Gerade rechtzeitig, um sie beim Auftauchen zu begrüssen und natürlich ein paar Fotos zu schiessen, wie sie tropfnass und zufrieden aus dem Wasser kamen.
Zwischen den Tauchgängen konnten wir Dank Eliane, die eine Füllkarte gelöst hatte, zum Flaschenfüllen zur regionalen Füllstation nach Stockach fahren. Nach einem Kurzbesuch an der Vespertheke bei Edeka ging es gleich weiter zum Tauchplatz 2: Parkhaus Post Überlingen – hier kann man sich angenehm warm und im Trockenen umziehen, mit kompletter Tauchausrüstung in den Lift steigen und ca. 50m runter zur Uferpromenade spazieren. Dort ist neben einer Parkbank eine permanente Tauchflagge montiert. Unseren Notfallkoffer liessen wir im Parkhaus versteckt zwischen unseren Autos stehen. (Leider wurden dergleichen anderntags an der Promenade entwendet, doof!) Zum Wasser gelangt man über Steinstufen mit festem Geländer. Links erstreckt sich eine imposante teilweise überhängende grosse (mit *Quagga-Muscheln überwachsene) Wand. Oberhalb zog ein Schwarm Egli glitzernd im Gegenlicht durch – beim Austauchen erfreuten wir uns gleich an ein paar Hechtbegegnungen. Sie präsentierten sich uns herrlich im Sonnenlicht und zeigten ansehnlich ihre schöne Musterung. Krebse kletterten durchs Grün und schon lag gut sichtbar der Ausstieg kennzeichnend ein rot/weisses Absperrband vor uns. 4°C, 45Min. und 35m fürs Logbuch.
*Info* Die eingeschleppte Quagga-Muschel breitet sich seit Jahren ungehindert im Bodensee aus. Die invasive Art bedroht damit das heimische Ökosystem (www.swr.de).
Zufrieden liessen wir uns nach dem Ausstieg und dem kleinen Fotoshooting durch die Oberflächencrew einen Moment auf der Parkbank nieder. Dann fuhren wir alle zusammen zurück nach Sipplingen zur Pension Regenscheit. Hängten unsere nassen Tauchsachen in der geräumigen Garage zum Trocknen auf und gönnten uns eine Siesta. 18:30 Uhr war Abfahrt zur ‘Wirtschaft zum Kranz’ Radolfzell – hier genossen wir Schnitzel oder die von Eliane angepriesenen "Dünnele", was eine Art Flammkuchen mit verschiedenen Belägen (wie Zwiebel, Speck, Käse, Spinat, Pfeffer, Knoblauch, Apfel-Zimt mit Vanilleeis) ist, dazu wird hier traditionell Most empfohlen.
Sonntag, 26.10.2025:
Ein langer, ausgiebig gedeckter Frühstückstisch erwartete uns am Sonntagmorgen um acht Uhr - und dank der Umstellung auf Winterzeit konnten wir sogar noch eine Stunde länger liegen bleiben. Nach so einem Zmorge fühlt man sich doch viel bereiter für den heutigen Tauchgang, zumal das Wetter sich auch von der schöneren Seite zeigte - so vom warm geheizten Frühstücksraum aus gesehen. Nachdem wir uns von unserer sympathischen Unterkunft verabschiedet und sich alle Autos aus ihrem Parkplatz gezwängt hatten, trafen wir nach ein paar Minuten Fahrt schon bei unserem heutigen Tauchplatz "Alter Fliesengraf" in Überlingen ein (bitte keine Fragen, mir geht's wie euch - was ist denn das für ein Name?). Da standen wir dann etwas schlotternd am Ufer und lauschten Elianes Briefing, während der Wind kräftig in die Kleidung fuhr. Man wähnte sich irgendwo an der Ostsee, und die schwache Oktobersonne vermochte nur zögerlich zu wärmen. Vielleicht war das mit ein Grund, dass die tauchende Mehrheit der Anwesenden zur Minderheit schrumpfte? Während die selbsternannten Landwachen gar nicht wachten, sondern sich bald mal verzogen, zogen wir uns um und kletterten die steinernen Stufen zum See hinunter. Der Wellengang machte etwas zu schaffen, doch bereits kurz nach dem Abtauchen war davon nichts mehr zu spüren. Strömung wie am Vortag habe ich auch keine bemerkt, und so stürzten wir uns die gleich zu Beginn einsetzende Wand hinunter. Das sah vielversprechend aus! Leider war bei ca. 30m Schluss, und der Grund ging in eine muschelübersähte Halde über. Wir folgten der Wandunterkante etwas entlang und machten dann einen Abstecher auf 40m - wir erinnerten uns schwach an eine im Briefing erwähnte weitere Wand. Diese war wohl kurz weg, während wir da waren, jedenfalls kehrten wir dann bald wieder unverrichteter Dinge nach oben zurück. Es war leider nicht mehr ganz so fischreich wie gestern, trotzdem sahen wir Hecht und Trüsche und später stiessen wir noch auf einen grossen Spiegel, der zum Selfie-Shooting einlud. Nach gemütlichen 40 Minuten tauchten wir auf - allerdings leicht übers Ziel hinausgeschossen bei unserem One-Way Tauchgang, so dass sich ein ordentlicher Marsch zum Auto zurück aufdrängte.
Nun, was machten wohl die Nichttaucher an diesem sonnigen aber stürmischen Spätherbsttag? Nach dem erwähnten Briefing bei kräftigem Wind versammelten sich die an der Oberfläche Verbliebenen zu einer Ladygruppe bestehend aus Anne, Eliane, Ketty ,Kirsten, Melissa und Regina assistiert von den beiden männlichen Oldtimertauchern, Walti und dem Schreibenden, zu einem Besuch der nahegelegenen Wallfahrtskirche Birnau. Der fast voll belegte Parkplatz vor der Kirche deutete auf eine grössere Ansammlung von Besuchern hin. Und tatsächlich wurde heute am Sonntag für die gläubige Gemeinde die heilige Messe zelebriert. Eine etwas ältere aber dafür bibelfeste Dame erklärte den Autofahrerinnen, dass während der Messe die Parkplätze gratis sind. Die Basilika ruht malerisch hoch über dem Bodensee umgeben von Weinbergen. Betritt man den Kirchenraum, so tauchen die Besucher in ein Gesamtkunstwerk des Rokoko Zeitalters ein. Da entpuppte sich Anne als eine versierte Kennerin der damaligen Kirchenbaustile. Mit zielsicherem Blick erkannte sie sofort den Unterschied zwischen Barock und Rokoko, was den stillen Beobachter tief beeindruckte. Die Kirche wurde erst 1750 eingeweiht am offiziellen Ende der Barockzeit. Gemäss Eliane ist im Inneren besonders eine kleine Statue berühmt namens Honigschlecker, ein kleiner Junge, der sich verstohlen an einem Honigtopf labt. Leider war das nähere Betrachten wegen der Predigt nicht möglich.
Inzwischen mahnte der Basilika Uhrzeiger zur Rückkehr an den Tauchplatz und zur gemeinsamen Fahrt ins Restaurant Riva, wo ein schöner Tisch auf die hungrige Tauchermeute wartete - hier gab es nochmals ein spannendes Parkuhr-Füttern - die hier war besonders hungrig. Im Restaurant daneben gab's zum Glück dann auch für uns was. Bei guten italienischen Gerichten endete hier langsam das tolle Bodensee Weekend , das Eliane so souverän organisiert und geleitet hat. Mit vollem Magen und nassem Tauchgepäck im Kofferraum nahmen wir dann schliesslich den Heimweg nach Zürich unter die Räder und verabschiedeten uns vom Schwäbischen Meer. Ein sehr schönes Wochenende - herzlichen Dank an Eliane fürs Organisieren!
Alle Eindrücke vom Bodensee-Weekend findest du in der Bilder-Galerie.