AQUARIUS - Tauchclub Zürich

Der Flussaal

Der Flussaal (lat. anguilla anguilla) ist eigentlich nur ein 'Teilzeit-Einheimischer' in unseren Gewässern.

Bild Flussaal

Warum?
Jeder unserer Flussaale hat das Licht der Welt im westlichen Atlantik erblickt. Als durchsichtige Larven treiben sie nach ihrer Geburt in den unbekannten Tiefen der Saragassosee mit dem Golfstrom Richtung Europa. In ihrem dritten Lebensjahr erreichen sie im 'Glasaal'-Stadium die europäische Küste. Als 'Steigaale' wandern sie dann die Flüsse wie z.B. den Rhein aufwärts. Der Flussaal hatte mit künstlichen Flussverbauungen wie Wehren, Schwellen und Kraftwerken nie ein grosses Problem, da er solche Hindernisse in der Nacht über ufernahe Wiesen 'umschlängeln' kann. Dies im Gegensatz zum Lachs, für den Flussverbauungen unüberwindbare Hindernisse darstellen können. Der Flussaal frisst von Würmern über Kleinfische bis zu Fröschen so ziemlich alles, was reinpasst. Normalerweise hält er sich im Fluss in Grundnähe auf. In der Nacht oder bei viel Strömung kann man den Aal aber auch im freien Wasser beobachten. Ein guter Platz für das 'Eel Watching' ist z.B. die Zollbrücke bei Rheinau. Gerne halten sich diese Tiere dort unter Felsen oder Baumstrünken auf. Der Aal ist auch ein Speisefisch. Ich selber nehme aber Abstand von jeglichem Aalgenuss, da mir die Bilder von der Verfilmung der Blechtrommel (Buch: Günter Grass - Regie: Volker Schlöndorff) noch heute in lebhafter Errinnerung sind. Da wurden in der Ostsee Aale mit Hilfe eines Pferdekopfes gefangen; also ziemlich unappetitliche Bilder! ...

Nach bis zu zehn Jahren Aufenthalt in unseren Gewässern nehmen die Aale eine silbrige Färbung an, weshalb sie in diesem Stadium auch 'Blankaale' genannt werden. Dann wandern sie zurück in die Saragassosee, wo sie nach dem Ablaichen sterben. In welcher Tiefe sie das tun und was sie immer wieder in unsere Gewässer zieht, ist bis heute ein Geheimnis.

Text und Bild : Peter Hefti


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